Aphthen: Welche Mundspülung hilft?
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Bei Aphthen hilft eine Mundspülung vor allem, die wunde Stelle sauber zu halten und Schmerzen zu lindern; heilen müssen Aphthen von selbst, meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Geeignet sind milde, alkoholfreie Spülungen, etwa mit Kamille, Salbei, Hyaluronsäure oder kurzzeitig Chlorhexidin. Meiden sollten Sie Alkohol, scharfes Menthol und Zahnpasta mit Natriumlaurylsulfat, weil sie zusätzlich reizen.
Wann zum Arzt oder Zahnarzt? Lassen Sie eine wunde Stelle im Mund untersuchen, wenn:
- sie nach zwei Wochen nicht abgeheilt ist
- sie größer als etwa 1 cm ist, sehr tief wirkt oder hart umrandet ist
- Aphthen sehr häufig kommen oder viele gleichzeitig auftreten
- Fieber, geschwollene Lymphknoten, Durchfall, Gelenkbeschwerden oder Geschwüre an Augen oder Genitalien hinzukommen
- Sie wegen der Schmerzen kaum essen oder trinken können
Was sind Aphthen?
Aphthen sind kleine, runde Geschwüre der Mundschleimhaut mit weißlich-gelbem Belag und rotem Rand. Sie sitzen typischerweise an Wangeninnenseite, Lippeninnenseite, Zungenrand oder am Mundboden und schmerzen besonders beim Essen von Saurem oder Scharfem. Die häufige Form (Minor-Aphthen) ist wenige Millimeter groß und heilt ohne Narbe ab.
Die genaue Ursache ist nicht geklärt. Als Auslöser gelten kleine Verletzungen, etwa durch Zahnbürste, Biss oder Zahnspange, außerdem Stress, hormonelle Schwankungen, bestimmte Lebensmittel und Natriumlaurylsulfat (SLS) in Zahnpasta. Bei häufig wiederkehrenden Aphthen kann ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure dahinterstecken, seltener eine Darmerkrankung wie Zöliakie oder Morbus Crohn. Das klärt eine ärztliche Untersuchung mit Blutbild.
Was eine Mundspülung bei Aphthen leisten kann
- Schmerz lindern: manche Wirkstoffe beruhigen oder betäuben die Stelle kurzzeitig.
- Infektion vorbeugen: antiseptische Spülungen verringern Bakterien auf der offenen Stelle.
- Abheilung unterstützen: durch Sauberkeit und einen schützenden Film.
Eine Spülung verkürzt die Heilungsdauer nicht zuverlässig und verhindert neue Aphthen nicht. Ehrlich gesagt geht es um Linderung, bis die Stelle von selbst abheilt.
Welche Mundspülung bei Aphthen?
| Wirkstoff | Wirkung | Hinweis |
|---|---|---|
| Kamille | beruhigend, leicht entzündungshemmend | als Tee oder alkoholfreie Lösung; bei Korbblütler-Allergie meiden |
| Salbei | adstringierend, leicht antiseptisch | als abgekühlter Tee; Studienlage dünn |
| Hyaluronsäure | bildet einen Schutzfilm über der wunden Stelle | als Spülung oder Gel erhältlich |
| Chlorhexidin 0,1–0,2 % | antiseptisch, senkt das Infektionsrisiko | nur kurzzeitig; kann brennen und verfärben; Packungsbeilage beachten |
| Benzydamin | schmerzlindernd und entzündungshemmend | Arzneimittel aus der Apotheke, Beratung dort |
| Salzwasser | reinigt mild | kann auf offener Stelle kurz brennen |
Gegen starke Schmerzen beim Essen helfen oft gezielt aufgetragene Gele mit örtlichem Betäubungsmittel oder Schutzfilm besser als eine Spülung, weil sie direkt auf der Aphthe haften. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten.
Was Sie bei Aphthen meiden sollten
- Alkoholhaltige Mundspülungen: Sie brennen auf der offenen Stelle und trocknen die Schleimhaut aus. Greifen Sie zu einer Spülung ohne Alkohol.
- Natriumlaurylsulfat (SLS): Das Schaummittel in vielen Zahnpasten steht im Verdacht, bei manchen Menschen Aphthen zu begünstigen. Ein Versuch mit SLS-freier Zahnpasta über einige Wochen ist einfach und unschädlich.
- Starkes Menthol und scharfe Aromen: verstärken das Brennen.
- Saures, Scharfes, Hartes: Zitrusfrüchte, Tomaten, Chips oder Nüsse reizen die Stelle mechanisch und chemisch.
- Wasserstoffperoxid oder unverdünnte ätherische Öle: können die Schleimhaut zusätzlich schädigen.
So pflegen Sie den Mund, solange die Aphthe heilt
- Weiterputzen: mit einer weichen Zahnbürste und SLS-freier Zahnpasta, die wunde Stelle vorsichtig aussparen.
- Zwei- bis dreimal täglich spülen: mit einer milden, alkoholfreien Lösung, etwa nach den Mahlzeiten.
- Bei Bedarf ein Gel auftragen: vor dem Essen, wenn die Schmerzen stark sind.
- Weiche, lauwarme Kost wählen: bis die Stelle nicht mehr schmerzt.
- Beobachten: Ist die Aphthe nach zwei Wochen nicht verschwunden, lassen Sie sie ärztlich ansehen.
Zahnpasta ohne Natriumlaurylsulfat
- Ohne: Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate)
- Mit: Fluorid, damit der Kariesschutz bleibt
- Geeignet für: Menschen mit häufigen Aphthen
Einfacher Versuch, ob sich die Aphthen-Häufigkeit verringert. Achten Sie in der Inhaltsstoffliste auf "Sodium Lauryl Sulfate".
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- Für: empfindliche Schleimhaut, Vermeidung kleiner Verletzungen
Verringert das Risiko, mit der Bürste neue Mikroverletzungen zu setzen.
Bei Amazon ansehen* (Affiliate-Link, öffnet neues Fenster)Aphthe, Herpes oder etwas anderes?
Lippenherpes und Herpesbläschen im Mund beginnen als Gruppe kleiner Bläschen, oft mit Kribbeln, und sitzen meist am Lippenrand oder am Gaumen. Aphthen dagegen treten einzeln oder zu wenigen auf der beweglichen Schleimhaut auf. Weißliche, abwischbare Beläge sprechen eher für einen Pilzbefall, siehe Mundsoor. Eine flächige Rötung mit Brennen deutet auf eine allgemeine Mundschleimhautentzündung hin.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine Aphthe abheilt?
Kleine Aphthen heilen meist innerhalb von sieben bis 14 Tagen ohne Narbe ab. Die ersten Tage sind in der Regel am schmerzhaftesten. Größere Aphthen können mehrere Wochen brauchen und gehören in ärztliche Hände.
Sind Aphthen ansteckend?
Nein, Aphthen sind nicht ansteckend. Anders ist das bei Herpesbläschen, die oft mit Aphthen verwechselt werden.
Hilft Listerine bei Aphthen?
Klassische Listerine-Sorten enthalten Alkohol und brennen auf offenen Stellen deutlich. Wenn überhaupt, ist eine alkoholfreie Variante sinnvoller. Für die Zeit der Aphthe sind mildere Spülungen meist angenehmer.
Kann eine Zahnspange Aphthen auslösen?
Ja, scheuernde Brackets und Drähte verursachen häufig kleine Verletzungen, aus denen Aphthen entstehen. Kieferorthopädisches Wachs schützt die Stellen. Tipps zur Pflege finden Sie unter Mundspülung bei Zahnspange.
Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine zahnärztliche oder ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Zahnarztpraxis. Bei Arzneimitteln gilt: Packungsbeilage lesen und bei Fragen Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen.