Antibakterielle Mundspülung: Welche Wirkstoffe gibt es?
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Eine antibakterielle Mundspülung reduziert die Bakterien, die Plaque, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch verursachen. Am stärksten wirkt Chlorhexidin, das jedoch nur für kurze Zeit gedacht ist; für die tägliche Anwendung eignen sich mildere Wirkstoffe wie ätherische Öle, Cetylpyridiniumchlorid (CPC) oder Zinnfluorid.
Antibakteriell, antiseptisch, medizinisch: die Begriffe
Im Handel werden die Begriffe oft durcheinander verwendet. Für die Auswahl hilft diese Unterscheidung:
- Antibakteriell beschreibt jede Spülung, die Bakterien abtötet oder ihr Wachstum hemmt. Das trifft auf die meisten Wirkstoff-Spülungen zu.
- Antiseptisch meint eine starke, breite keimreduzierende Wirkung gegen Bakterien, oft auch gegen Pilze und manche Viren. Typische Antiseptika sind Chlorhexidin, Octenidin und Povidon-Iod.
- Medizinisch ist kein geschützter Begriff. Rechtlich entscheidend ist, ob ein Produkt als Arzneimittel, Medizinprodukt oder Kosmetikum verkauft wird. Arzneimittel mit Chlorhexidin 0,2 % gibt es nur in der Apotheke. Mehr dazu unter Medizinische Mundspülung.
Antibakterielle Wirkstoffe im Vergleich
| Wirkstoff | Stärke | Dauer der Anwendung | Typische Nachteile |
|---|---|---|---|
| Chlorhexidin | sehr stark, lang anhaftend | kurzzeitig | Verfärbungen, Geschmacksstörung |
| Octenidin | stark | kurzzeitig | bitterer Geschmack, weniger Langzeitdaten |
| Povidon-Iod | stark, kurz wirksam | nur nach ärztlicher Empfehlung | nicht bei Schilddrüsenerkrankungen und Iodallergie |
| Ätherische Öle | mittel | dauerhaft | Brennen bei alkoholhaltigen Sorten |
| Cetylpyridiniumchlorid | mittel | dauerhaft | leichte Verfärbungen möglich |
| Zinnfluorid, Aminfluorid | mittel, plus Kariesschutz | dauerhaft | leichte Verfärbungen möglich |
| Zink | gering bis mittel, bindet Gerüche | dauerhaft | metallischer Geschmack möglich |
| Wasserstoffperoxid | kurz wirksam | wenige Tage | Schleimhautreizung |
Wann eine antibakterielle Spülung sinnvoll ist
Bakterien im Mund sind nicht grundsätzlich schädlich. Zur gesunden Mundflora gehören hunderte Arten, die unter anderem Krankheitserreger in Schach halten. Ziel ist deshalb nicht ein keimfreier Mund, sondern weniger krankmachender Biofilm. Sinnvoll ist eine antibakterielle Spülung in diesen Situationen:
- bei wiederkehrender Zahnfleischentzündung als Ergänzung zur besseren Reinigung,
- nach zahnärztlichen Eingriffen oder wenn das Putzen vorübergehend nicht möglich ist,
- bei Implantaten, Brücken oder fester Zahnspange, wo sich Beläge leicht festsetzen,
- begleitend zur Parodontitis-Therapie, wenn die Praxis es empfiehlt,
- bei Mundgeruch, der von Bakterien auf Zunge und Zähnen ausgeht.
Wann Sie eher verzichten sollten
Bei gesundem Zahnfleisch und guter Putztechnik bringt eine stark antiseptische Spülung wenig Zusatznutzen. Starke Antiseptika über Monate ohne Grund zu verwenden, verändert die Mundflora deutlich. Studien zeigen zum Beispiel, dass Chlorhexidin Bakterien reduziert, die Nitrat aus der Nahrung in gefäßerweiternde Stoffe umwandeln. Welche praktische Bedeutung das hat, ist noch nicht abschließend geklärt. Mehr dazu unter Mundspülung und Mikrobiom und Mundspülung und Blutdruck.
Faustregel: Stark antiseptisch nur bei konkretem Anlass und zeitlich begrenzt. Für den Alltag ein milder Wirkstoff, der dauerhaft verträglich ist.
Antiseptische Mundspülung vor Eingriffen und bei Infektionen
In Zahnarztpraxen wird vor manchen Behandlungen eine antiseptische Spülung verwendet, um die Keimzahl im Speichel und in den Aerosolen kurzzeitig zu senken. Zu Hause hat eine solche Vorab-Spülung nur dann einen Sinn, wenn die Praxis sie ausdrücklich empfiehlt. Bei Infektionen im Mund wie Mundsoor oder stark entzündeten Stellen ersetzt eine Spülung keine Diagnose. Siehe Mundsoor und Mundschleimhautentzündung.
Wirkt eine antibakterielle Mundspülung auch gegen Viren?
Einige Wirkstoffe wie Cetylpyridiniumchlorid, Povidon-Iod und Chlorhexidin können in Laborversuchen und kleinen Studien die Virusmenge im Mund kurzzeitig senken. Daraus folgt aber kein nachgewiesener Schutz vor Erkältung oder anderen Infektionen. Details im Ratgeber Mundspülung gegen Viren.
Unsere Empfehlungen für den Alltag
meridol Zahnfleischschutz Mundspülung
- Wirkstoff: Aminfluorid, Zinnfluorid
- Alkohol: nein
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- Wirkstoff: ätherische Öle, Fluorid
- Alkohol: nein
Gut untersuchter Wirkstofftyp für die tägliche Plaque-Kontrolle ohne Brennen.
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- Wirkstoff: CPC, oft mit Fluorid
- Alkohol: meist nein
Viele preiswerte Marken setzen auf CPC. Achten Sie auf den Wirkstoff in der Inhaltsstoffliste.
Bei Amazon ansehen* (Affiliate-Link, öffnet neues Fenster)Häufige Fragen
Welche Mundspülung tötet die meisten Bakterien?
Chlorhexidin hat unter den gängigen Wirkstoffen die stärkste und am längsten anhaltende Wirkung. Gerade deshalb ist es nur für einen begrenzten Zeitraum gedacht.
Zerstört eine antibakterielle Mundspülung die gute Mundflora?
Milde Wirkstoffe in normaler Dosierung verändern die Mundflora nur begrenzt. Starke Antiseptika wie Chlorhexidin greifen deutlich ein, weshalb sie nicht dauerhaft ohne Grund verwendet werden sollten.
Ist eine antibakterielle Mundspülung mit Alkohol wirksamer?
Nein. Alkohol ist vor allem Lösungsmittel. Entscheidend für die Wirkung ist der Wirkstoff, nicht der Alkoholgehalt.
Hilft antibakterielle Mundspülung gegen Halsschmerzen?
Mundspülungen erreichen den Rachen kaum. Für Halsschmerzen sind Gurgellösungen gedacht. Siehe Gurgeln bei Halsschmerzen.
Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine zahnärztliche oder ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Zahnarztpraxis. Bei Arzneimitteln gilt: Packungsbeilage lesen und bei Fragen Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen.